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Ballistisches Absehen zum Einschießen – ohne Hilfsmittel

Striche und Punkte im Absehen verwirren viele – dabei stecken sie voller Praxisnutzen. Wir zeigen, wie du mit einem ballistischen Absehen ganz ohne Messhilfsmittel einschießt, indem du die Abweichung direkt abliest.

Ballistische Absehen — die mit den vielen Haltepunkten, Strichen und Punkten im Bild — verwirren viele Jäger. Ursprünglich für sportliche und militärische Zwecke entwickelt, halten sie aber immer mehr Einzug in jagdliche Gläser. Die Frage ist: Braucht ein ganz normaler Jäger so etwas, und wofür? Einen sehr praktischen Anwendungsfall zeigen wir hier — das Einschießen ganz ohne Messhilfsmittel.

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Die Idee: Abweichung direkt ablesen

Stell dir den schwierigsten Fall vor: Du hast nur ein weißes Blatt mit einem aufgemalten Punkt, keine Zentimeterrasterung, keine Hilfslinien, nichts zum Abmessen. Normalerweise müsstest du die Scheibe heranholen und mit dem Zollstock nachmessen, wie weit dein Treffer vom Zentrum weg ist. Mit einem ballistischen Absehen geht das direkt im Glas: Du legst die Mitte des Absehens auf den gewünschten Treffpunkt und liest an den Strichen ab, wie weit dein Einschuss daneben liegt.

So lief es am Stand

Wir haben die Waffe vorab nur grob über den Lauf eingerichtet (Boresighting) — noch kein Schuss gefallen. Dann der erste Schuss, Kamera hinterm Okular. Der Treffer saß auf der Scheibe, und im Absehen ließ sich sofort ablesen: 1,8 mrad rechts vom Zentrum. Wir haben auf 50 m geschossen, also die Hälfte des 100-m-Werts — das ergibt 9 cm rechts. Zur Kontrolle die Scheibe herangeholt und nachgemessen: exakt 9 cm. Das Absehen lügt nicht. Anschließend konnten wir über die Klickverstellung sauber ins Zentrum korrigieren.

Worauf du achten musst: die Maßeinheit

Ein Punkt ist entscheidend: Dein Absehen muss dieselbe Maßeinheit haben wie die Verstelltürme deines Glases — entweder beides in MRAD oder beides in Winkelminuten (MOA). Das ist nicht bei jedem Hersteller gegeben, also vor dem Kauf prüfen.

Zur Einordnung der Einheit, weil hier oft Verwirrung herrscht: 1 MRAD entspricht auf 100 m genau 10 cm. Die meisten MRAD-Gläser verstellen in Schritten von 0,1 MRAD — ein Klick bewegt den Treffpunkt also um 1 cm auf 100 m. Bei dem genutzten Absehen waren die kleinen Striche 2 cm und die großen 10 cm (jeweils auf 100 m). Auf andere Distanzen rechnet man einfach hoch oder runter: Was auf 100 m 10 cm sind, sind auf 50 m 5 cm und auf 200 m 20 cm.

1 MRAD
10 cm
auf 100 m
1 Klick
meist 0,1 MRAD
= 1 cm auf 100 m
Distanz
Wert skaliert:
50 m = halb, 200 m = doppelt

MRAD oder MOA?

Aus vielen Gesprächen mit Leuten, die das intensiv machen, und aus eigener Erfahrung: Im europäischen Raum ist MRAD mit seiner Zentimeter-Logik deutlich intuitiver und einfacher als MOA — gerade für alle, die es nicht regelmäßig tun. Wir denken hier ohnehin metrisch, und genau dazu passt MRAD. Wer also die Wahl hat und nicht aus einer bestehenden MOA-Welt kommt, fährt mit MRAD meist leichter.

Lieber haben als brauchen

Das ist ein konkreter Fall, in dem auch ein Jäger oder gelegentlicher Schütze ein ballistisches Absehen sinnvoll nutzen kann — ganz ohne Messhilfsmittel einschießen. Sobald dein Glas Striche und Punkte im Absehen hat und Absehen und Türme dieselbe Einheit verwenden, kannst du das genau so machen, wie wir es gezeigt haben. Es funktioniert auch mit einem ganz normalen jagdlichen Setup, nicht nur mit einer sportlichen Custom-Waffe. Dies ist der Auftakt — in weiteren Beiträgen tasten wir uns Schritt für Schritt tiefer in die Welt der Absehen.

Wenn wir dir die Welt der Absehen transparenter machen oder bei der Wahl eines passenden Glases helfen sollen: Ruf uns an, schreib uns oder komm nach Terminabsprache vorbei. Wir bringen gern Klarheit.

Direkt aus der Werkstatt

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Reinigung & Prüfung, Gewindeschnitt, Cerakote, Fitment — wir nehmen uns das gleiche Werkzeug vor das wir hier beschreiben.

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